Bäckerei & Konditorei Sölch

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Firmengeschichte
 
 

Bäckermeister Stefan Sölch
erinnert sich

Sölch - SeniorGründer: Josef Sölch senior
07. Januar 1900
10. Januar 1970 +

Josef Sölch sen. erlernte den Bäckerberuf bei den „Rasp Weiber“ auch „Tretterweiber“ genannt (Bäckerei Rasp Kirchplatz Mitterteich)

Im Jahre 1920 beschloss mein Großvater eine eigene Bäckerei zu der bestehenden Landwirtschaft, die sich zu dieser Zeit bereits schon in der 3. Generation befand, zu gründen. Durch den ersten Weltkrieg entstand natürlich ein Notstand an Grundnahrungsmittel. Im besonderen "DAS TÄGLICHE BROT". Josef Sölch spezialisierte sich auf dieses Produkt und wurde durch sein Landbrot (Bauernbrot 3000g) über die Stiftlandgrenzen hinaus sehr bekannt.

Sein Ruf war: Der „Hoamf Bep“ so sein Haus- und Spitzname bäckt das beste Brot.

Zu dieser Zeit standen in einer klassischen Backstube von ca. 60 m2 3 große Holzback- und Dampfbacköfen für eine Chargenmenge je Ofen von ca. 100 Wecken 3kg Brote. Diese Backöfen wurden jeder einzelne bis 6 mal pro Tag befüllt.

Zu dieser Zeit bestand das Heizmaterial aus Kohle. Diese wurde mit harter Knochenarbeit vom Bahnhof abgeholt. Ob es sich dabei um Pferde handelte, weis ich nicht. Ich denke, dass es Rinder oder Esel waren.

Großvaters 2. Ehefrau fuhr mit einem Eselgespann die Brote im Stiftland aus.
Seine 1. Frau verstarb in jungen Jahren mit 23.

Kleine Anektode dazu:
Seine 2. Frau Sofie, schuftete von früh bis spät in der Landwirtschaft, in der Bäckerei und im Haushalt, so dass sie beim Ausliefern sehr müde war.
Zu dieser Zeit lieferte mein Opa das Brot unter anderem auch nach Konnersreuth.
Da an den Fuhrwegen auch genannt als Kirchsteige, mehrere Feldkreuze standen, und Sofie sehr gläubig war, betete sie an jedem Feldkreuz einen „Vater Unser“.
Das Eselgespann wusste den Weg alleine ohne Führung, so dass Sofie diese Fahrzeiten als Ruhe und Schlafzeiten nutzen konnte.
Auf bayerisch: sie machte einen "Noatz".
So passierte es, dass der Esel am Feldkreuz stehen blieb und wartete, wartete, wartete. Sofie schlief und der Esel hörte keinen Vater Unser, und ging somit also auch nicht weiter. Bis Sofie aufwachte, ihren Vater Unser betete, der Esel das Kreuzzeichen sprechen hörte und dann mit dem
„Kommando würr“ weiter ging bis zum nächsten Feldkreuz.
Da passierte es schon einmal, dass die Lieferzeiten länger dauerten als das herstellen der Brote, so dass sich der Hoamf Bep Sorgen machte, wo seine Frau bleibt.
Es lies ihm keine Ruh und so schickte er einen Lehrbuam (das war sein 1.) hinterher, der dieses dann berichtete.
Hoamf Bep machte sich ab diesem Zeitpunkt keine Sorgen mehr über die langen Lieferzeiten seiner Frau und war beruhigt.

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Am 5.August 1932 kam Hoamf Bep`s Stammhalter auf die Welt. Sie nannten ihn ebenfalls Josef.

Mein Vater verlor in sehr jungen Jahren seine Mutter Sofie. Er bekam eine Stiefmutter eine geborene Waidhas von Großbüchlberg.

Vaters Wunsch war als Bub immer: Ich werde Konditor. Er machte eine Bäckerlehre, da sein Vater gegen eine Konditorlehre war. Trotz eines Verbotes entwickelte Josef leckere Konditoreiartikel:

Als bekanntestes Gebäck war der „Hoamfkaskuchen“
Unter anderem verschiedenen Plunderhörnchen
auch “Geschmalzene“ genannt, sowie leckere Torten.

In dem mein Vater intensiv in der Bäckerei arbeitete, konnte sich mein Großvater auf andere und interessante Tätigkeiten spezialisieren.

Er braute Zoiglbier, brannte Schnaps und lernte die Wirkung „frischer, warmer Käsekuchen mit einem halben Zoiglbier“ kennen. Das ergabt eine gezielte und effektive Wirkung.

Als er diese Wirkung feststellte, ärgerte er die „Lausbuam“ mit dieser leckeren Kombination. Er freute sich köstlich darüber.

Josef legte1958 die Meisterprüfung in Lochham bei München ab.

Mittlerweilen war der 2. Weltkrieg weit zurück und der Brotkonsum erweiterte sich auf leckere Süßwaren und Konditoreigebäcke, so dass aus der klassischen Bäckerei eine Bäckerei und Konditorei entstand.

Mein Vater hatte den Traum von einem Cafe. Er hatte sich den Platz ausgesucht und zwar in der Vorstadt beim „Quastboader“. Hier wollte er ein Cafe errichten, sein Vater verhinderte diesen Traum.

Großvater übergab sehr spät seine Bäckerei an meinen Vater. Es war 1960. Ab diesen Zeitpunkt baute mein Vater die Konditorei weiter aus. Er veranstaltete Tortenseminare mit der Firma Homann und viele Feingebäckvorführungen. Das fand alles in der ehemaligen Brotbackstube statt

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Es gingen 3 Jahre ins Land als ich am 20. August 1963 das Licht der Welt erblickte. Somit war wieder ein Stammhalter Sölch geboren.

Meine vorlieben als Kind waren alles andere als Backen. Und zwar: schrauben, hammern, mauern, zerlegen, bohren usw. Ich wurde in jungen Jahren schon an den Bäckerberuf herangeführt und somit stellte sich nicht mehr die Frage was ich einmal beruflich machen werde.

Es begann die Zeit um 1965, dass sich die Leute um mehr Luxus bemühten auch was den Lebensmittelbereich abdeckte.

Zu dieser Zeit beschloss mein Vater Lebensmittel in seinem Sortiment mit aufzunehmen und erweiterte den Laden um 40 m2 für diesen Zweig. Da gab es noch keinen Top Kauf geschweige denn Märkte wie Heute. Es war zu dieser Zeit eine gute und richtige Entscheidung.

Neben der Backstube interessierte ich mich für die „Roten Autos“, das auch später 23 Jahre lang zu meiner zweiter Beschäftigung sprich Hobby wurde. Nach beenden der Wirtschaftsschule begann ich eine Bäckerlehre in Marktredwitz

Ende1987 bekam ich einen freien Platz in der Meisterschule in Lohham und legte am 21. Januar die Meisterprüfung ab. Ich war zu dieser Zeit ein stolzer und der jüngste frisch gebackene Bäckermeister im Landkreis Tirschenreuth. Da schmiedete ich Pläne die Bäckerei vom Vater zu pachten und zu übernehmen.

Im Juli 1988 war es soweit. Ich pachtete die Bäckerei meines Vaters. Zu dieser Zeit war mein Traum und meine Vision frischere und bis abends warme Backwaren herzustellen und zu verkaufen.

So wurde der Laden in ein Frischeparadies umgebaut mit Ladenbackofen und Schaubäckerei. Ab diesem Zeitpunkte konnte unsere Kunden live miterleben, wie ihre Produkte frisch und lecker zubereiten wurden.

Diese Methode gab es im Umkreis von 30 km nicht und somit wurde ich schlagartig bekannt und der Absatz stieg so steil an, dass die „alte Backstube“ mit seine paar m2 aus allen Nähten platzte. Es wurden 1990 verschiedene Pläne entworfen eine Produktion mit moderner Einrichtung zu errichten.

In diesem Zusammenhang war mir der jetzige Ladrat Karl Haberkorn damalige Bürgermeister der Stadt Mitterteich bei der Grundstückssuche sehr behilflich. Herr Haberkorn war auch letztendlich derjenige, der mir dieses Grundstück als beste Lösung anbot.

Seit 1988 wurde aus einem Ladenlokal ein mittelständiges Unternehmen mit 12 Verkaufsstellen.

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Am 01.01.2000 heiratete ich meine Frau Birgit, mit der ich zusammen die Geschäfte führe.
Ohne Ihren vollen Einsatz wäre diese Firma alleine nicht zu führen und hätte viele Krisen nicht überstanden. Am 12. August 2001 verstarb mein Vater nach schwerer Krankheit. Seit 2002 arbeiten wir am Ausbau unseres Filialnetzes.

Als Besonderheit haben wir Frische vor Ort in den Läden und somit auch ein hohes Maß an Qualität. Als ich unser Firmenlogo entwickelte, beruhte dieses Idee nach dem Motto der Firma.

„Immer eine Idee frischer“

Im Jahre 1994 plante ich eine Spezialität die zur Zeit von vielen kopiert wird und zwar einen echten Holzofen, wie es früher gab.

Es entstand das „original Mitterteicher Holzofenbrot“ das Heute mehrmals täglich gebacken wird, in einem gemauerten Holzofen ohne Zusatzstoffe nur mit Holz als Brennstoff, das Brot nur mit Natursauerteig und hochwertigen Rohstoffen. Als Mehl verbacken wir ausschließlich „das gute Rosenmehl aus Bayern“

Unser Holzofenbrot macht uns in der Umgebung einzigartig, jedoch kopiert wird es seit längere Zeit schon.


Das Unternehmensziel ist:

  • Ausbau des Filialnetzes auf 20 Verkaufsstellen

  • Noch frischere Waren auf den Tisch des Verbrauchers zu angenehmen und bezahlbaren Preisen

  • Kundennahe Versorgung durch „Made in Germany“ Backwaren.


Die Vision:

Backwaren in alter bewährter Herstellungsmethode mit modernen Möglichkeiten her zu stellen um ein Stück Gute Alte Zeit aufleben zu lassen.

Denn nicht alles was früher war, war schlecht und nicht alles was es heute gibt ist schlecht.
Somit einen Weg finden der beides verbindet.


Ein paar Zahlen zu den 3 Generationen der Bäckerei Sölch

  • 1920 Gründung der Firma durch Herrn Josef Sölch Senior. Mitarbeiter bis 5 Personen

  • 1960 Übernahme der Firma durch Herrn Josef Sölch Junior. In seiner Ära wurden insgesamt mehr als 14 Lehrstellen besetzt. Davon: mindestens 4 im Verkauf und 9 in der Bäckerei. Einige Namen: Ahl Siegfried, Landstorfer Resi, Zauberer Bernd, Gleißner Bernhard, Helgert Klaus, Daubner Willi, Schnurrer Rainer, Fleischer Vera und andere.

  • 1988 Übernahme der Firma durch Stefan Sölch jetzige Inhaber. Seit dem wurden mehr als 25 Lehrstellen besetzt und ausgebildet: Einige Namen: Burger Claudia, Zeiske Ines, Kumpf Manja, Ernstberger Bettina, Pietruschka Natascha, Seitz Conny, Meierl Anita, Keim Theresa, Dümmler Franziska, Altrock Steffi, Bermann Eva, Scharnagl Birgit, Martin Stefani, Schmid Nicole, Baumert Tobias, Gittel Dominik, Uludag Selda, Rita Waidhas, Bergler Thomas, Pantel Ina, nur einige davon zu nennen.

 

Zur Zeit arbeiten in der Firma:

Arbeitsplatz

Arbeitnehmer

Bäckerei und Konditorei

10

Kommisionierung

2

Fuhrpark

4

Auszubildende

5

Verkauf

32

Büro, Verwaltung

4

Einige Eckdaten:

Rohstoff

Verbrauch / Monat

Mehl

ca. 40 Tonnen

Eier

ca. 10.000 Stück

Fette

ca. 1 Tonne

Zucker

ca. 1 Tonne

Salz

ca. 0,8 Tonnen

Wasser

ca. 20 m3

 

Backware

Herstellung / Monat

Brot

ca. 40 Tonnen

Brötchen

ca. 400.000 Stück

süße Teilchen

ca. 25.000 Stück

 

Energie

Bedarf / Monat

Strom

ca. 40.000 KW

Gas

ca. 3500 m3

Kraftstoff

ca. 3000 l

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"Die Firmengeschichte der Bäckerei & Konditorei Sölch" ©2004 by Stefan Sölch